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tour blog 2013.

(c) Google Maps

DONNERSTAG, 02. MAI 2013, FLUGHAFEN MÜNCHEN


Heute beginnt die Stormchasing Tour 2013 und wir warten bereits am Gate auf unseren Abflug. Aufgrund der für uns schlechten Wettervorhersage für die kommenden 5-8 Tage freuen wir uns zunächst einmal auf Malls und Steakhäuser. Wir melden uns wieder aus den USA!



Update: Wir sind gut angekommen und können bestätigen, daß sich die Witterung zum Stormchasen derzeit nicht eignet. Dallas bei 8°C und böigem Wind bringt wenig Spass. Aber wir verlassen uns auf den Great-Plains-Spruch: „If you don‘t like the weather out here, just wait five minutes“.


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FREITAG, 03. MAI 2013, DALLAS (TX)


Der Great-Plains Spruch hat sich bewahrheitet und das Wetter ist klar und windig. Der Wetterbericht gibt uns noch bis voraussichtlich Dienstag Zeit für die Sehenswürdigkeiten der USA und wir brechen auf nach New Mexico mit den Zielen Roswell, White Sands und Georgia O‘Keffee‘s Ghost Ranch. Wir sind gespannt, wie weit wir heute gelangen.



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SAMSTAG, 04. MAI 2013, ROSWELL (NM)


Nach 500 Meilen Fahrt durch die texanische Prärie mit ihren unzähligen Ölfördertürmen sind wir gestern Abend in Roswell angekommen und haben uns den berühmten Flugzeugfriedhof angesehen.




Heute ging es weiter zum White Sands National Monument nahe Alamogordo. Unterwegs haben wir unseren obligaorischen Halt auf einem Autofriedhof gemacht, um die letzten 70 Jahre US-Automobildesigngeschichte zu studieren.



Nachmittags kamen wir in White Sands an. Die dortige Ruhe, das gleißende Weiß der Kalksanddünen und das Farbenspiel bei Sonnenuntergang waren beeindruckend und haben für die ungünstige Wetterlage entschädigt.



Interessant zu wissen: In diesem Teil New Mexicos (White Sand Missile Range) hat 1945 die erste atomare Testexplosion der Welt stattgefunden und es werden hier nach wie vor Raketentests durchgeführt. Allerdings – so unser Motelbesitzer – sei das US-Verteidigungsbudget in diesem Jahr stark reduziert, es finden keine Tests statt und es kommen keine Testingenieure und Militärs nach Alamogordo. Schlecht für das Motel, aber vielleicht besser für den Rest der Welt.


Morgen fahren wir weiter in Richtung Santa Fe und Abiquiu.


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SONNTAG, 05. MAI 2013, SANTA FE (NM)


Nach wie vor beschert uns das stabile Wetter Sightseeing in einer Region, in die man Tourist selten gelangt. Das kann auch reizvoll sein. Während der 230 Meilen über das Hochplateau New Mexikos, mit wenigen Tankstellen, keinen Cafés, grobmaschigem Mobilfunknetz und einigen Geisterstädten, in der es tatsächlich Geister zu geben scheint, haben wir wieder unsere Zivilisation mit all ihren Annehmlichkeiten zu schätzen gelernt.



Glücklicherweise haben wir diese dann auch in Santa Fe vorgefunden und beschlossen, die Nacht hier zu verbringen. Santa Fe ist eine in der Künstlerszene beliebte Stadt mit knapp 80.000 Einwohnern, architektonisch durch die Pueblo-Architektur geprägt, also Bauhaus mit abgerundeten Ecken und in braun anstatt weiß.


Hier gibt es ein Museum, welches sich der bemerkenswerten amerikanischen Künstlerin Georgia O'Keeffe und bedeutenden amerikanischen Fotografen widmet. Wer in Santa Fe vorbeikommt, sollte sich dafür eine Stunde Zeit nehmen.


Den Abend haben wir bei einem Antilopen-Hamburger (klingt speziell, schmeckt aber gut) und lokal gebrautem Bier ausklingen lassen.


Morgen fahren wir weiter über O'Keefe's Ghost Ranch nach Colorado.


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MONTAG, 6. MAI 2013, GUYMON (OK)


Unsere Fahrt hat uns heute morgen von Santa Fe nach Abiquiu zur Ghost Ranch geführt; diese war leider geschlossen, wir konnten jedoch die fantastische Landschaft geniessen.



Auf unserer Fahrt Richtung Oklahoma Panhandle sind wir teils bei Schneefall durch die Hochebenen und Canyons der Rocky Mountains gelangt.



Nun haben wir unser Sightseeing in New Mexico abgeschlossen und sind gespannt auf die ab Dienstag vorhergesagte Unwetterlage, gemeinsam mit befreundeten Stormchasern aus München, mit denen wir uns in Guymon (OK) getroffen haben.


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DIENSTAG, 07. MAI 2013, WICHITA (KS)


Nachdem wir bereits am Montag die Luft in unserem Vorderreifen nachfüllen mussten, haben wir am Dienstag Morgen festgestellt, dass er endgültig platt war. Es steckte ein 3 cm langer Nagel darin. Glücklicherweise war zwischen unserem Super 8 Motel und einem Walmart eine Autowerkstatt gelegen, die uns unseren Reifen für erstaunlich günstige 18 $ flicken konnte.


Wir sind gemeinsam mit den befreundeten Münchner Stormchasern in Richtung Meade (KS) gefahren und haben dort auf die Bildung der ersten Cumuli gewartet. Direkt vor uns schaffte es schließlich eine Cumuluswolke, den Deckel zu durchbrechen und zog nach Nordosten. Zwischen Bucklin (KS) und Greensburg (KS) wuchs sie zur hochbasigen LP Superzelle aus und bescherte uns fotogene Eindrücke und 2-3 cm große Hagelkörner.




Im Abendlicht zog die Zelle ab und wir fuhren weiter nach Pratt (KS), um eine weitere Zelle, die nördlich von uns zog und nach Südosten ausscherte, zu kreuzen. Bei kompletter Dunkelheit konnten wir dann die ebenfalls hochbasige und durch Blitze erhellte dreistöckige Superzelle mit Langzeitbelichtung fotografieren. Auf unserer Weiterfahrt nach Wichita (KS) haben wir das Niederschlagsgebiet mit Sturm und kleinkörnigem Hagel passiert und um 2 Uhr nachts im Motel eingecheckt.



Heute fahren wir voraussichtlich ins südliche Oklahoma, abhängig von der Wetterentwicklung bis nach Nordtexas.


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MITTWOCH, 08. MAI 2013, VERNON (TX)





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MITTWOCH, 09. MAI 2013, BRADY (TEXAS)


Heute war (im Gegensatz zu gestern) ein erfolgreicher Chasingtag und wir wissen wieder, warum wir so gerne in die Great Plains reisen. Unsere Route führte uns von Vernon (TX) über Seymour (TX) nach Haskell (TX), dort sind an der Dryline einige Superzellen entstanden, auf die wir bei Sweetwater (TX) getroffen sind. Die erste Superzelle hatte eine sehr schöne laminare Struktur.



Nördlich von Ballinger (TX) haben wir dann eine zweite Superzelle mit noch schönerer Basis gesehen und einige Fotos machen können, bevor uns der Großhagel (bis zu 6 cm) eingeholt hat.



Das obere Bild kann durch Anklicken vergrößert werden.


Die Scheiben sind heil geblieben, da wir hinter einem Container Schutz gesucht haben.



Den eindrucksreichen Tag haben wir mit einem auf offenem Feuer gegrillten Steak bei „Spread Pit BBQ“ in Brady abgeschlossen, ziemlich texanisch.



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FREITAG, 10. MAI 2013, PLEASANTON (TEXAS)


Der Tag hat in Brady (TX) entspannt begonnen, wir sind nach dem Frühstück über Menard (TX), wo es gestern 11,5 cm großen Hagel gegeben hat, nach Bracketville (TX) erneut an die Dryline gefahren. Dort ist nachmittags eine Reihe von Gewittern vor unseren Augen entstanden. 



In der Nähe der mexikanischen Grenze interessierte sich der örtliche Sheriff für den Grund unseres Herumlungerns mit Stativen am Straßenrand. Er sagte uns, daß das County und die hiesigen Landwirte unter starker Trockenheit litten und man sich über Regen freuen würde. Und wir sollen uns bitte vor Klapperschlangen und Taranteln in Acht nehmen; davon gebe es sehr viele hier.



Eine der Zellen in der Linie hat den Deckel durchbrochen, wurde umgehend zur Superzelle und ist nach Südosten ausgeschert. Diese Zelle haben wir über Hondo (TX) und Devine (TX) bis nach Tilden (TX) verfolgt.



Unterwegs wurden wir leider zwei Mal aufgehalten: Zuerst eine Inspektion durch die US Border Control, weil wir offenbar alle wie Mexikaner aussehen und anschließend Stau in Uvalde (TX). Durch die Verzögerungen hatten wir Mühe, auf die richtige Seite der Zelle zu gelangen und sind mehrmals in Downburst und Hagel mit 3-4 cm Korngröße gelangt. 


Bei einbrechender Dunkelheit konnten wir noch die Wolkenbasis mit turbulenter Absenkung erkennen; leider ist das Gebiet etwas hügelig und mit Büschen bewachsen, so dass die Sicht schlecht war. Und da die Zelle enorm Fahrt aufgenommen hatte, mussten wir das auch tun; somit gibt es lediglich Fotos aus dem fahrenden Auto.



Aufgrund der Grenznähe waren wir heute Abend in Pleasanton (TX) mexikanisch (Plaza Tapatio) essen und sind, wie so oft, mit interessierten und freundlichen Amerikanern ins Gespräch gekommen.


Die Unwetterperiode ist nun für uns vorbei und wir werden uns morgen voraussichtlich auf den Weg in Richtung Dallas Fort Worth (TX) machen. Erschöpft im Motelbett denken wir noch an Taranteln und erfreuen uns über wirksame Insektizide … wirken Insektizide auch gegen Spinnentiere!?


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SAMSTAG, 11. MAI 2013, AUSTIN (TEXAS)


Langsam bewegen wir uns wieder in Richtung Flughafen Dallas Fort Worth (TX); auf halber Strecke dorthin haben wir in Austin (TX) übernachtet. Austin ist die Hauptstadt von Texas und eine relativ liberale und studentisch geprägte Stadt mit zahlreichen Restaurants und vielen Bars mit guter Livemusik; auch ohne Gewitter wird uns also nicht langweilig.



Von einer der Rooftop Bars haben wir einen Vietnamveteranen beobachtet, der mehrere Stunden an der Kreuzung die US-Flagge geschwenkt hat. Auf unserem Weg nachhause haben wir uns kurz mit ihm unterhalten: Larry war im Alter von 16 Jahren in Vietnam und das Land tue heute zu wenig für seine übriggebliebenen Veteranen. Bedauerlich, dass in dieser Welt täglich Menschen zu Kriegsveteranen werden.



Update vom Flughafen: Larry hat mir freundlicherweise per Mail einen Link zu einer Dokumentation über ihn gesendet.


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SONNTAG, 12. MAI 2013, IRVING (TEXAS)


Nach der kurzen Nacht in Austin haben wir uns in den Barton Springs, einem natürlich gespeisten Schwimmbecken, erholt und die texanische Sonne genossen. Austin hat, ähnlich wie Kalifornien, einen spürbaren Hippie-Einfluss, der sich in sehr individuellen Einkaufsläden, eigenwilligen Künstlervierteln und guten Bars bemerkbar macht. Leider haben wir die schöne Stadt am Nachmittag verlassen müssen, da wir morgen früh am Flughafen DFW Abschied nehmen von diesem eindrucksreichen Reiseland. 



Unsere Stormchasing-Freunde aus München sind heute ebenfalls nach Dallas Fort Worth  (TX) gefahren und so konnten wir die diesjährige Tour gemeinsam im Outback Steakhouse Revue passieren lassen und abschließen. 




Von links nach rechts: Julian, Stephan, Marco, Michael, Eric und Jens.


Vielen Dank für das Verfolgen unseres Tourblogs!

Eric und Julian